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"Sex und Sportklettern" Drucken E-Mail

Eine höchst vergnügliche Geschichte aus Malte Roepers Der Himmel für drei Franken - erschienen im Panico Alpinverlag.

Gemeinsamkeiten! Und Unterschiede...

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

- 90% aller Frauen leider darunter,

weil sie nicht davon betroffen sind.

Harald Schmidt 

 

 

Mal ehrlich: was fällt uns ein, wenn wir am Fels Päärchen beobachten, die sich immer wieder „Nimm mich!" und „Ich komme!" zurufen und immer in der selben Stellung zu sehen sind - er oben, sie unten? Richtig, es ist die Missionarsstellung mit Klettergurt.

Bei dem typischen Paar am Fels, nennen wir es Heinz und Lydia, steigt er immer vor. Und sie sichert. Immer dasselbe Bild. Er rackert sich da oben ab, und sie feuert ihn an: „Ja! Ja!! Weiter so! So ist es gut!" Nicht nur die Stellung ist ähnlich. Lydias Aufgabe als „Tuzusi" (Tussi zum Sichern) entspricht der Verhütung, die bei der klassischen Rollenverteilung beim Sex ja auch immer bei den Frauen hängenbleibt: Er rackert sich ab, und Lydia passt auf, dass nichts passiert. Und wenn Heinz da oben mal wieder einen vorzeitigen Abgang hat, leidet - vorausgesetzt, sie liebt ihn wirklich - auch Lydia.

Ist sie nicht aufmerksam und konzentriert bei all seinen Bewegungen mitgegangen? Hat sie ihn nicht genügend unterstützt? („Ja! Ja!! So ist es gut!"). Immer hat sie ihm zugerufen, wohin er greifen soll. Sie hat, und das hat sie beim Sex noch nie getan, ihm sogar zugerufen, wohin er treten soll. Heinz kann dann in eine tiefe Krise schlittern. „Ich weiß nicht, woran das liegt! Neulich ging es noch." „Du musst einfach entspannter sein, Liebling", rät Lydia.

Im Unterschied zum Sex führt ein vorzeitiger Abgang im hohen Bogen beim Klettern allerdings nur dann zu Flecken, wenn Lydia überhaupt nicht aufpasst, und dann sind die Flecken rot und deutlich größer (Rotpunkt).

Unterschiedlich ist auch die Bedeutung nasser Zweifingerlöcher. Während sie beim Sex auf einen im Gelingen begriffenen Abend schließen lassen, gelten sie am Fels ganz generell als äußerst hinderlich.

Die französische Methode erfüllt sich in beiden Fällen großer Beliebtheit und gilt als äußerst genussvoll. Beim Sex dient sie meist nur dem Aurwärmen („Vorspiel"), während französisch kurze Hakenabstände ausschließlich beim zentralen Akt der Besteigung eine Rolle spielen.

Allgemein als lustvoll gilt auch in beiden Fällen ein lange hinausgezögerter Höhepunkt, wie er beim Ausbouldern und Probieren schwierigster Routen erst nach Wochen und Monaten erreicht wird. Und zwar von Heinz allein („Lonely at the top"). Lydia hat wieder einmal brav mitgemacht, aber für sie selbst bleibt der Höhepunkt irgendwie unerreichbar.

Es gilt aber als sportwissenschaftlich nachgewiesen, dass Frauen, die sich nicht bewegen („Frauenbewegung"), auch nur selten einen Höhepunkt erreichen.

Manche Paare benehmen sich am Fels allerdings genau umgekehrt: Lydia ist immer oben und die Stärkere, Heinz feuert an und verhütet. Sie trainiert, er kocht. Dann dominiert Lydia das Geschehen so eindeutig und lässt ihre wachsenden Muskeln spielen, wie es sonst andersrum meist der Fall ist.

In diesem Fall freilich wird sie irgendwann mit Heinz jenes Problem bekommen, das einst Playboy-Kolumnist Tony Parsons so schön auf den Punkt brachte: „Ein Mann schenkt keiner Frau Blumen, vor der er Angst hat, dass sie ihn verprügelt."

Für eine dauerhaft harmonische Beziehung empfehlen wir von der Bergsport-Beziehungsberatung, öfter mal die Positionen und Seilenden zu wechseln.

Und wer die weniger dauerhaften Beziehungen bevorzugt: ein gelungener one-night-stand entspricht einer schönen on-sight-Begehung.

Sex hat gegenüber Klettern ganz allgemein deutliche Vorteile. Das Risiko von Fingerverletzungen ist deutlich geringer. Man braucht keine so engen Schuhe. Man braucht nicht mal einen Fels.

Aber aufgepasst:
Sollten Naturschützer wegen seltener Pflanzen und Tiere versuchen, deine Matratze für den Geschlechtsverkehr zu sperren, solltest Du vielleicht mal das Laken wechseln.

 

 
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