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Beim Seil darfst nicht sparen, du hast es ein Leben lang!
Heimo Tropper
Seile und Reepschnüre sind Verbrauchsgegenstände!
Stürze, mechanische Beanspruchung, UV-Strahlen, feine Schmutzpartikel
etc. beeinflussen die Lebensdauer, auch wenn die Schäden äußerlich
nicht erkennbar sind.
Folglich gehören Seile zu den Gegenständen, die
grundsätzlich nicht aus der Hand gegeben werden sollten und regelmäßig
erneuert werden müssen (Stichwort PSA - Persönliche Schutzausrüstung).
Vor allem beim Toprope Klettern ist der Verschleiß enorm hoch.
Grundsätzlich kann man zwei Arten von Seilen unterscheiden: "Dynamische" und "statische" Seile.
Dynamische Seile
Als Bergseil bezeichnet man jegliche Art von Strick, mit dem man Personen in schwierigem (absturzgefährdeten) Gelände oder auf einem Gletscher vor einem Absturz sichert. Hierzu kommen dynamische Seile zum Einsatz, welche sich aufgrund ihrer Bauart in drei Kategorien unterteilen lassen.
Einfachseil
Einfachseile werden in jeder Situation als einzelner Strang verwendet und sind mit 8,9 mm - 11,2 mm Durchmesser die dicksten Seile am Markt.
Von Vorteil ist die einfache Handhabung, als Nachteil kommt die fehlende Redundanz zum Tragen.
Kommt es unter ungünstigsten Bedingungen zum (sehr unwahrscheinlichen!) Seilriss ist der Abflug der zu sichernden Person vorprogrammiert. Auch kann nicht über die volle Länge des Seiles abgeseilt werden.
Halbseil
Halbseile sind deutlich dünner (7,8 - 8,5 mm) als Einfachseile.
Eine Person, welche im Vorstieg hochklettert, ist in zwei Halbseilstränge eingebunden und wird mit diesen gesichert. In die Zwischensicherungen werden entweder beide Seile eingelegt (Doppelseiltechnik, weiches Sichern erforderlich!) oder beide Stränge abwechselnd (englische Technik, optimierter Seilverlauf möglich).
Die Nachsteiger dagegen können einen einzelnen Strang zur Sicherung verwenden, da hier die Belastungen des Seils im Falle eines Sturzes ausreichend niedrig ist.
Auf diese Weise können drei Personen eine Seilschaft bilden. Ein weiterer Vorteil ist, dass man mit einem z.B. 60 Meter Halbseil auch 60 Meter abseilen kann und im Falle eines Seilrisses immer noch einen Strang hat.
Zwillingsseil
Zwillingsseile sind Seile mit einem Durchmesser von 7,5 mm - 8 mm. In der Anwendung gleichen sie der Verwendung von Einfachseilen. Vorsteiger und Nachsteiger sind jeweils in beide Seilstränge eingebunden. Auch werden immer beide Stränge in die Zwischensicherungen eingelegt.
Zwillingsseile haben gegenüber Einfachseilen den Vorteil der Redundanz, d.h., sollte ein Seilstrang gekappt werden (Steinschlag, Sturzbelastung über eine scharfe Kante, etc.) ist zur Sicherheit noch immer der zweite Seilstrang da und verhindert einen Absturz.
Aufgrund des geringen Gewichtsunterschiedes zwischen Halbseilen und Zwillingsseilen - und des breiteren Einsatzbereiches der Halbseile - ist der Verkauf von Zwillingsseilen inzwischen stark zurück gegangen. Über kurz oder lang werden die traditionelle Zwillingsseile wohl vom Markt verschwinden.
Statische Seile
werden oft in der Höhlenforschung (Spaleoseile) oder beim technischen Klettern eingesetzt, wobei dann am Fixseil auf und abgestiegen, bzw. Material nachgeholt wird.
Durch das Fehlen der Seildehnung darf ein statisches Seil NIE zum Klettern verwendet werden! Die Belastung, die im Sturzfall auf den Körper wirkt, ist deutlich höher als bei dynamischen Seilen und kann zu schwersten Verletzungen führen!
Reepschnüre
Als Reepschnüre werden extrem reißfeste, dünne Seile bezeichnet, welche aufgrund des Durchmessers (2 mm bis 8 mm) und der fehlenden Eigendynamik, die im Falle eines Sturzes einen zu hohen Fangstoss ergibt, nicht zur Sicherung von Personen im Vorstieg geeignet sind.
Verwendung finden sie als Sicherungs- und Fixierungsmittel, z.B. beim Bau von Standplätzen oder bei der Bergung nach einem Spaltensturz.
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